Panikattacken: Symptome, Ursachen, Komplikationen und wie man sie im Moment stoppt

13.12.2025
Panikattacken: Symptome, Ursachen, Komplikationen und wie man sie im Moment stoppt

Eine Panikattacke ist ein plötzlich auftretender, intensiver Angstzustand oder starke körperliche Unruhe, der innerhalb weniger Minuten seinen Höhepunkt erreicht. Sie entsteht, wenn das Gehirn fälschlicherweise Gefahr signalisiert und die sogenannte „Kampf-oder-Flucht“-Reaktion aktiviert. Obwohl sich Panikattacken äußerst bedrohlich anfühlen, sind sie nicht lebensgefährlich und klingen spontan ab.

Symptome einer Panikattacke

Die Symptome sind häufig so intensiv, dass Betroffene eine ernsthafte körperliche Erkrankung vermuten.

Körperliche Symptome

  • beschleunigter oder unregelmäßiger Herzschlag
  • Atemnot oder Erstickungsgefühl
  • Engegefühl oder Schmerzen in der Brust
  • Schwindel oder Benommenheit
  • Zittern
  • starkes Schwitzen
  • Hitze- oder Kälteschübe
  • Übelkeit oder Magenbeschwerden
  • Kribbeln oder Taubheitsgefühle
  • Gefühl der Ohnmacht

Psychische Symptome

  • Angst, die Kontrolle zu verlieren
  • Angst zu sterben oder „verrückt zu werden“
  • Depersonalisation (Entfremdungsgefühl vom eigenen Körper)
  • Derealisation (Unwirklichkeitsgefühl der Umgebung)
  • starker Fluchtimpuls

Trotz ihrer Intensität sind diese Symptome vorübergehend und nicht gefährlich.

Mögliche Ursachen von Panikattacken

Panikattacken entstehen meist durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren:

Biologische Faktoren

  • genetische Veranlagung
  • überempfindliches autonomes Nervensystem
  • hormonelle Veränderungen
  • Schilddrüsenfunktionsstörungen

Psychologische Faktoren

  • anhaltender Stress
  • unterdrückte Emotionen
  • Perfektionismus
  • generalisierte Angststörung

Situative und lebensbezogene Auslöser

  • traumatische Erfahrungen
  • belastende Lebensereignisse
  • chronische Erschöpfung oder Schlafmangel
  • gesundheitliche Sorgen

Eine Panikattacke ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Signal der Überlastung.

Mögliche Komplikationen

Unbehandelte, wiederkehrende Panikattacken können zu folgenden Problemen führen:

1. Panikstörung

Anhaltende Angst vor weiteren Attacken und ständige Selbstbeobachtung.

2. Vermeidungsverhalten und Agoraphobie

Meiden von Orten oder Situationen wie öffentliche Verkehrsmittel, Menschenmengen oder Reisen.

3. Chronische Angst und Erschöpfung

Dauerhafte innere Anspannung mit Schlafstörungen und emotionaler Erschöpfung.

4. Eingeschränkte Lebensqualität

Sozialer Rückzug, Unsicherheit und Beeinträchtigung im Berufs- und Privatleben.

Behandlung von Panikattacken

Die wirksamste Behandlung besteht aus Psychotherapie und bei Bedarf medikamentöser Therapie.

1. Psychotherapie (kognitive Verhaltenstherapie, KVT)

Der Goldstandard in der Behandlung von Panikattacken. Sie hilft:

  • dysfunktionale Gedankenmuster zu erkennen und zu verändern
  • die Angst vor körperlichen Symptomen zu reduzieren
  • Bewältigungs und Erdungstechniken zu erlernen
  • Vermeidungsverhalten schrittweise abzubauen

2. Atem-, Achtsamkeits- und Entspannungstechniken

Unterstützen die Regulation des Nervensystems und beugen neuen Attacken vor.

3. Medikamentöse Behandlung

In bestimmten Fällen können verordnet werden:

  • Antidepressiva (SSRI/SNRI)
  • kurzfristig Anxiolytika, falls notwendig

Die Behandlung wird individuell angepasst.

Wie man eine Panikattacke im Moment stoppt

5 wirksame Erdungstechniken

1. Die 5–4–3–2–1-Methode

Lenkt die Aufmerksamkeit auf die Sinneswahrnehmung und unterbricht den Angstkreislauf.

2. Kontrollierte Atmung (4 Sekunden ein, 6 Sekunden aus)

Aktiviert das parasympathische Nervensystem.

3. Benennung des Erlebens

„Das ist eine Panikattacke. Sie geht vorüber.“

4. Erdung durch Berührung oder Temperatur

Kaltes Wasser, Eis oder fester Bodenkontakt.

5. Progressive Muskelentspannung

Entspannung des Körpers signalisiert Sicherheit.

Warum professionelle Hilfe wichtig ist

Frühe Unterstützung:

  • verhindert die Entwicklung einer Panikstörung
  • reduziert Häufigkeit und Intensität der Attacken
  • stellt Sicherheit und Lebensqualität wieder her

Panikattacken sind sehr gut behandelbar.

Wenn Sie diese Symptome bei sich erkennen, sind Sie nicht allein. Vereinbaren Sie eine Beratung, damit wir gemeinsam eine Lösung finden.

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